Die Rheinbegradigung

Gliederung:

   1. Was ist das?
   2. Johann Gottfried Tulla
   3. Prinzip
   4. Ablauf der Begradigung
   5. Folgen:

        - Positive

        - Negative

 

 

Was ist das?

Die Rheinbegradigung, auch Rheinkorrektur oder Rheinrektifikation genannt, wurde in Deutschland zwischen 1817 und 1879 von dem Ingenieur Johann Gottfried Tulla und seinen Nachfolgern zur Begradigung und Schiffbarmachung des Rheins durchgeführt.

 

 

Johann Gottfried Tulla
Johann Gottfried Tulla

 

Johann Gottfried Tulla:

- Johann Gottfried Tulla geboren am 20. März 1770 in  Karlsruhe, † 27. März 1828 in Paris

 

- war badischer Ingenieur, der im 19. Jahrhundert die  Begradigung des Rheins durchführte

- Tulla erhielt von Karl Christian von Langsdorf eine Ausbildung

- darauf begann er in Freiberg in Sachsen, Chemie und Mineralogie zu studieren

 

- anschließend wurde er in Baden in den Staatsdienst  übernommen

- weitere Ausbildungen in Paris folgten

- 1803 in Baden zum Hauptmann ernannt

- ab 1807 arbeitete er in der Schweiz an der Regulierung der Linth mit

- 1809 zum Major und 1814 zum Oberstleutnant befördert

- als Leiter Oberdirektion des Wasser-/Straßenbaues begradigte er die Dreisam in Freiburg

- seine größte Ingenieurleistung war die Rheinbegradigung ab 1817

 

 

Ablauf der Begradigung:

- Beginn 1817

 
- Nach und nach alle Durchstiche gemacht

   >>>>>insgesamt 18 Durchstiche

- 1826 Proteste der Bevölkerung

 
- 1865 Letzter Durchstich

 

Folgen:

 

Positiv:

- bessere Schiffbarkeit

 
- weniger Malaria

 
- Hochwassergefahr verringert

 
- Verlandung  à Mehr Industriefläche

 
Negativ:

- zu Starke Tiefenerosion

 
- keine Auen mehr

 
- geringere Fischvorkommen

 
- mehr Hochwasser stromabwärts

 

 

Prinzip:

- da es zu dieser Zeit nicht die erforderliche Technik gab   

war man bemüht, möglichst wenig Erde zu bewegen

 

- so grub man kein komplett neues Flussbett, sondern nur kleine Kanäle als Abkürzungen, diese Kanäle hatten eine Breite von ca. 10 bis 20 Metern

 >>>>>Durchstich<<<<<

 

- während der Bauarbeiten ließ man am oberen Ende noch einen kleinen Damm übrig, dieser Damm wurde nach der Fertigstellung der Kanäle geöffnet >>Flutung

 

- die Verbreiterung auf die Flussbettbreite von 240 m bis 300 m übernahm der Fluss selbst

 

- da die Kanäle die gleiche Höhendifferenz wie die Schleifen auf einer kürzeren Strecke überwinden, war hier das Gefälle größer und die Strömung stärker, so dass diese Abkürzungs-Kanäle spätestens beim nächsten Hochwasser von alleine auf die volle Breite wuchsen

 

>>>>>Dadurch sollten die Siedlungsflächen vor den häufigen Überflutungen geschützt und neue Siedlungsflächen gewonnen, die Schiffbarkeit verbessert und die grassierenden Krankheiten (u.a. die "Sumpffieber" genannte Malaria) zurückgedrängt werden

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